Gesundheit

Zecken und FSME auf Reisen 2026: Impfung und richtiges Entfernen

30. Juni 20268 Min LesezeitRiskVector Redaktion

Zecken sind die wichtigsten Krankheitsüberträger in Europa. Zwei Krankheiten stehen im Fokus: die **Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)** und die **Lyme-Borreliose**. Während gegen FSME eine zuverlässige Impfung existiert, gibt es gegen Borreliose keinen Impfstoff. Wer im Sommer in Mitteleuropa wandert, campiert oder Natur urlaub macht, sollte sich informieren.

FSME: Verbreitung in Deutschland und Europa

Das RKI führt jährlich eine aktualisierte Karte der FSME-Risikogebiete in Deutschland. Aktuell (Stand 2025/2026) gelten **über 160 Landkreise** in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen, Sachsen und Rheinland-Pfalz als FSME-Risikogebiete. Besonders stark betroffen sind Süddeutschland und der Schwarzwald.

In Europa sind zudem **Österreich** (große Teile), die **Schweiz**, **Tschechien**, **Slowakei**, **Slowenien**, **Ungarn**, die **Baltischen Staaten** und **Südschweden** als Risikogebiete ausgewiesen. Auch in **Südnorwegen** und auf **Bornholm** (Dänemark) gibt es FSME.

In Deutschland werden jährlich etwa 200 bis 300 FSME-Fälle gemeldet (RKI-Daten). Die Zahl schwankt stark mit der Witterung — warme, feuchte Jahre begünstigen die Zeckenaktivität.

FSME-Virus vs. Borreliose-Bakterium

| Eigenschaft | FSME | Lyme-Borreliose |

|---|---|---|

| **Erreger** | Virus | Bakterium (*Borrelia burgdorferi*) |

| **Übertragung** | Sofort nach Stich | Benötigt 12–24 Stunden Saugzeit |

| **Impfung verfügbar** | Ja | Nein |

| **Behandlung** | Symptomatisch | Antibiotika (Doxycyclin) |

| **Häufigkeit in D** | ca. 200–300/Jahr | ca. 60.000–100.000/Jahr (geschätzt) |

Die Borreliose ist deutlich häufiger, lässt sich aber mit Antibiotika behandeln. Die FSME ist seltener, kann aber zu dauerhaften neurologischen Schäden führen und ist nicht spezifisch behandelbar — nur vorbeugbar durch Impfung.

Die FSME-Impfung

Die STIKO am RKI empfiehlt die FSME-Impfung für:

  • **Personen, die in FSME-Risikogebieten leben** oder dorthin reisen
  • **Personen mit beruflichem Risiko** (Forstarbeiter, Landwirte)
  • **Reisende** in europäische Risikogebiete, die sich viel im Freien aufhalten
  • Impfschema

  • **Grundimmunisierung:** 3 Impfungen (Tag 0, 1–3 Monate später, 5–12 Monate nach der zweiten)
  • **Schnellimmunisierung:** Tag 0, Tag 7, Tag 21 — ergibt einen schnelleren Schutz, die dritte Impfung dann nach 12–18 Monaten
  • **Auffrischung:** Alle 5 Jahre (bei über 50-Jährigen alle 3 Jahre)
  • Die Impfung wird ab dem Alter von 1 Jahr empfohlen und ist gut verträglich. Der Impfstoff ist **inaktiviert** (kein Lebendimpfstoff) und kann daher auch bei Immunsuppression gegeben werden.

    Borreliose: Der Erythema-migrans-Ausschlag

    Das wichtigste Frühzeichen der Borreliose ist die **Wanderröte** (Erythema migrans): ein roter, sich ausbreitender Ausschlag um die Einstichstelle, der typischerweise 3 bis 30 Tage nach dem Zeckenstich auftritt. Der Ausschlag wird oft größer als 5 cm Durchmesser und hat manchmal eine helle Stelle im Zentrum („Bull's Eye").

    Begleitsymptome können sein: grippeähnliche Beschwerden, Fieber, Muskelschmerzen, geschwollene Lymphknoten. Wird die Borreliose nicht behandelt, kann sie in späteren Stadien Gelenkentzündungen (Lyme-Arthritis), Herzrhythmusstörungen und neurologische Beschwerden verursachen.

    Zecke richtig entfernen

    Schnelles Entfernen ist entscheidend — besonders gegen Borreliose, da die Übertragung Zeit braucht. Die FSME wird leider sofort nach dem Stich übertragen, weshalb die Impfung so wichtig ist.

    Schritt-für-Schritt-Anleitung

  • **Zecke mit einer feinen Pinzette** oder Zeckenkarte direkt über der Haut fassen — so nah wie möglich an der Einstichstelle
  • **Gerade, gleichmäßig nach oben ziehen** — nicht drehen, nicht quetschen
  • **Einstichstelle desinfizieren** und beobachten
  • **Hände waschen**
  • Was Sie NICHT tun sollten

  • Kein Öl, Nagellack, Klebstoff oder Alkohol auf die Zecke träufeln — sie erstickt und entleert ihren Mageninhalt in die Wunde, was die Infektionsgefahr erhöht
  • Keine Hitze (Zigarette, Streichholz) anwenden
  • Nicht mit bloßen Fingern drehen oder quetschen
  • Den Kopf nicht in der Haut „vergessen" — ein verbleibender Stechrüssel ist harmlos und wird vom Körper abgestoßen
  • Vorbeugung im Freien

  • **Geschlossene Kleidung**, lange Hosen in die Socken stecken
  • **Helle Kleidung** — Zecken sind besser zu erkennen
  • **Repellents** mit DEET oder Icaridin auf Haut und Kleidung
  • **Körper-Inspektion** nach jedem Aufenthalt im Freien — besonders Kniekehlen, Leisten, Achseln, Haaransatz, Nabel
  • **Auf Wegen bleiben** — hohes Gras und Sträucher meiden
  • Quellen

  • Robert Koch-Institut (RKI): FSME-Risikogebiete in Deutschland (Epidemiologisches Bulletin, jährlich aktualisiert)
  • Robert Koch-Institut (RKI): RKI-Ratgeber für Ärzte — FSME und Lyme-Borreliose
  • STIKO: Empfehlungen zur FSME-Impfung (Epidemiologisches Bulletin 2025)
  • Paul-Ehrlich-Institut (PEI): Vaccine Information — FSME-Impfstoffe
  • #Zecken#FSME#Borreliose#Impfung#RKI#Europa#Wandern#Outdoor
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