Gesundheit

Malariaprophylaxe 2026: Wann sie nötig ist und welche Medikamente

30. Juni 20268 Min LesezeitRiskVector Redaktion

Malaria gehört zu den gefährlichsten Tropenkrankheiten für Reisende. Weltweit erkranken nach Schätzungen der WHO jährlich etwa 247 Millionen Menschen an Malaria, rund 619.000 sterben daran. Für Reisende aus Deutschland ist das Risiko besonders in Subsahara-Afrika hoch — aber auch in Teilen Südostasiens und Südamerikas. Die Deutsche Tropenmedizinische Gesellschaft (DTG) veröffentlicht jährlich aktualisierte Empfehlungen, welche Medikamente für welches Reiseziel geeignet sind.

Wann ist eine Malariaprophylaxe überhaupt nötig?

Nicht jede Reise in ein Malariagebiet erfordert eine medikamentöse Prophylaxe. Die Entscheidung hängt von drei Faktoren ab:

  • **Malarialisiko am Reiseziel** — das RKI unterscheidet zwischen hohem, mittlerem und geringem Risiko
  • **Art der Reise** — Rucksackreisen in ländlichen Gebieten tragen ein höheres Risiko als Hotelurlaube in klimatisierten Städten
  • **Individuelle Faktoren** — Schwangerschaft, Vorerkrankungen, Alter
  • In Gebieten mit hohem Risiko (z.B. Westafrika, Teile Ostafrikas) empfiehlt die DTG eine **kontinuierliche Prophylaxe** — man nimmt das Medikament während der gesamten Reise und eine Zeit danach ein. In Gebieten mit mittlerem oder geringem Risiko reicht oft eine **Standby-Therapie** (Notfallmedikament zum Mitführen, Einnahme nur bei Verdacht).

    Die vier wichtigsten Medikamente im Überblick

    Atovaquon-Proguanil (Malarone®)

    Das am häufigsten verschriebene Malariamittel für Reisende. Einnahme ein bis zwei Tage vor der Reise, täglich während des Aufenthalts und sieben Tage danach. Vorteil: gute Verträglichkeit, kurze Einnahmedauer nach der Reise. Nachteil: relativ teuer. Wirkt gegen *Plasmodium falciparum*, den gefährlichsten Malariaerreger.

    Doxycyclin

    Ein Breitbandantibiotikum, das auch gegen Malaria wirksam ist. Einnahme: täglich, beginnend ein bis zwei Tage vor der Reise, während des Aufenthalts und vier Wochen danach. Vorteil: kostengünstig, zusätzlich wirksam gegen Rickettsien und Leptospiren. Nachteile: häufigere Nebenwirkungen (Magen-Darm, Photosensibilität der Haut — problematisch in den Tropen), lange Einnahmedauer nach der Reise.

    Mefloquin (Lariam®)

    Wurde früher häufig verschrieben, heute seltener wegen möglicher neuropsychiatrischer Nebenwirkungen (Albträume, Angstzustände, Depressionen). Einnahme: einmal wöchentlich, zwei bis drei Wochen vor der Reise beginnend, während des Aufenthalts und vier Wochen danach. Kontraindiziert bei Epilepsie, Psychiatrie-Vorgeschichte und bestimmten Herzrhythmusstörungen.

    Artemether-Lumefantrin (Riamet®)

    Wird nicht zur Prophylaxe, sondern als **Standby-Therapie** eingesetzt — also als Notfallmedikament bei Malariverdacht, wenn keine ärztliche Hilfe erreichbar ist. Die Einnahme erfolgt über sechs Dosen an drei Tagen.

    Welches Medikament für welches Gebiet?

    Die DTG-Empfehlung 2025/2026 unterscheidet nach Resistenzlagen:

  • **Subsahara-Afrika (hohes Risiko):** Atovaquon-Proguanil oder Doxycyclin zur kontinuierlichen Prophylaxe; Mefloquin nur bei guter vorheriger Verträglichkeit
  • **Südostasien (mittleres Risiko):** Atovaquon-Proguanil zur Prophylaxe oder Standby-Therapie mit Artemether-Lumefantrin
  • **Südamerika (geringes bis mittleres Risiko):** Meist Standby-Therapie ausreichend
  • **Mittelamerika & Karibik:** Sehr geringes Risiko, meist keine Prophylaxe nötig
  • Expositionsprophylaxe — der erste Schutz

    Kein Medikament bietet 100-prozentigen Schutz. Deshalb ist die Vermeidung von Mückenstichen mindestens ebenso wichtig:

  • **Insektizid-behandelte Moskitonetze** im Schlafbereich
  • **DEET-haltige Repellents** (Konzentration 20–50 %) auf freier Haut
  • **Lange, helle Kleidung** in den Dämmerungs- und Nachtstunden
  • **Fliegengitter** an Fenstern und Türen
  • Die Anopheles-Mücke, die Malaria überträgt, sticht vor allem zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang.

    Wichtige Hinweise

  • Kein Malariamedikament darf ohne ärztliche Beratung eingenommen werden
  • Eine reisemedizinische Beratung sollte idealerweise 4–6 Wochen vor der Abreise erfolgen
  • Auch bei korrekter Prophylaxe kann Malaria auftreten — bei Fieber nach Tropenaufenthalt **immer** einen Arzt aufsuchen und auf Malaria testen lassen
  • Die Standby-Selbsttherapie ersetzt nicht den Arztbesuch, sondern überbrückt nur die Zeit bis zur professionellen Diagnose
  • Quellen

  • Robert Koch-Institut (RKI): RKI-Ratgeber für Ärzte — Malaria (aktualisiert 2025)
  • Deutsche Tropenmedizinische Gesellschaft (DTG): Empfehlungen zur Malariaprophylaxe 2025/2026
  • Weltgesundheitsorganisation (WHO): World Malaria Report 2024
  • Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Yellow Book — Malaria (2026 Edition)
  • #Malaria#Malariaprophylaxe#Tropenmedizin#Reisemedizin#Doxycyclin#Mefloquin#Atovaquon#RKI#DTG
    Teilen:
    🛡️

    Kostenlose Risiko-Analyse

    Prüfen Sie Ihr Reiseziel kostenlos auf RiskVector — Echtzeit-Warnungen, Risiko-Scores und Sicherheitstipps für 194 Länder.

    🏥 Reisekrankenversicherung ab 11€/Jahr

    Krankenhaus im Ausland kostet bis zu 10.000€/Tag. Schützen Sie sich jetzt.

    Anzeige · Affiliate-Link

    🏨 Sichere Unterkünfte weltweit

    Hotels mit kostenlosem Storno und verified Reviews.

    Hotels auf Booking.com finden

    Anzeige · Affiliate-Link

    🎫 Touren & Aktivitäten sicher buchen

    Geführte Touren mit kostenlosem Storno bis 24h vorher.

    Aktivitäten auf GetYourGuide

    Anzeige · Affiliate-Link