Malariaprophylaxe 2026: Wann sie nötig ist und welche Medikamente
Malaria gehört zu den gefährlichsten Tropenkrankheiten für Reisende. Weltweit erkranken nach Schätzungen der WHO jährlich etwa 247 Millionen Menschen an Malaria, rund 619.000 sterben daran. Für Reisende aus Deutschland ist das Risiko besonders in Subsahara-Afrika hoch — aber auch in Teilen Südostasiens und Südamerikas. Die Deutsche Tropenmedizinische Gesellschaft (DTG) veröffentlicht jährlich aktualisierte Empfehlungen, welche Medikamente für welches Reiseziel geeignet sind.
Wann ist eine Malariaprophylaxe überhaupt nötig?
Nicht jede Reise in ein Malariagebiet erfordert eine medikamentöse Prophylaxe. Die Entscheidung hängt von drei Faktoren ab:
In Gebieten mit hohem Risiko (z.B. Westafrika, Teile Ostafrikas) empfiehlt die DTG eine **kontinuierliche Prophylaxe** — man nimmt das Medikament während der gesamten Reise und eine Zeit danach ein. In Gebieten mit mittlerem oder geringem Risiko reicht oft eine **Standby-Therapie** (Notfallmedikament zum Mitführen, Einnahme nur bei Verdacht).
Die vier wichtigsten Medikamente im Überblick
Atovaquon-Proguanil (Malarone®)
Das am häufigsten verschriebene Malariamittel für Reisende. Einnahme ein bis zwei Tage vor der Reise, täglich während des Aufenthalts und sieben Tage danach. Vorteil: gute Verträglichkeit, kurze Einnahmedauer nach der Reise. Nachteil: relativ teuer. Wirkt gegen *Plasmodium falciparum*, den gefährlichsten Malariaerreger.
Doxycyclin
Ein Breitbandantibiotikum, das auch gegen Malaria wirksam ist. Einnahme: täglich, beginnend ein bis zwei Tage vor der Reise, während des Aufenthalts und vier Wochen danach. Vorteil: kostengünstig, zusätzlich wirksam gegen Rickettsien und Leptospiren. Nachteile: häufigere Nebenwirkungen (Magen-Darm, Photosensibilität der Haut — problematisch in den Tropen), lange Einnahmedauer nach der Reise.
Mefloquin (Lariam®)
Wurde früher häufig verschrieben, heute seltener wegen möglicher neuropsychiatrischer Nebenwirkungen (Albträume, Angstzustände, Depressionen). Einnahme: einmal wöchentlich, zwei bis drei Wochen vor der Reise beginnend, während des Aufenthalts und vier Wochen danach. Kontraindiziert bei Epilepsie, Psychiatrie-Vorgeschichte und bestimmten Herzrhythmusstörungen.
Artemether-Lumefantrin (Riamet®)
Wird nicht zur Prophylaxe, sondern als **Standby-Therapie** eingesetzt — also als Notfallmedikament bei Malariverdacht, wenn keine ärztliche Hilfe erreichbar ist. Die Einnahme erfolgt über sechs Dosen an drei Tagen.
Welches Medikament für welches Gebiet?
Die DTG-Empfehlung 2025/2026 unterscheidet nach Resistenzlagen:
Expositionsprophylaxe — der erste Schutz
Kein Medikament bietet 100-prozentigen Schutz. Deshalb ist die Vermeidung von Mückenstichen mindestens ebenso wichtig:
Die Anopheles-Mücke, die Malaria überträgt, sticht vor allem zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang.
Wichtige Hinweise
Quellen
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