Höhenkrankheit 2026: Vom Bergsteigen und Acetazolamid
Die Höhenkrankheit ist ein unterschätztes Risiko für Trekkingtouristen und Bergsteiger. Jährlich reisen Millionen Menschen in Höhen über 2.500 Meter — zum Skifahren in den Rocky Mountains, zum Trekking im Himalaya oder auf den Kilimandscharo. Etwa 25 % der Aufsteiger auf 3.000 Meter und über 50 % derer, die über 4.500 Meter steigen, entwickeln Symptome der akuten Bergkrankheit (Acute Mountain Sickness, AMS).
Was passiert im Körper in der Höhe?
Mit steigender Höhe sinkt der Luftdruck und damit der Sauerstoffpartialdruck. Auf 3.000 Meter entspricht der Sauerstoffgehalt der Luft noch etwa 70 % des Meeresspiegels, auf 5.000 Meter nur noch etwa 55 %. Der Körper reagiert mit **Hyperventilation** (schnelleres Atmen), um mehr Sauerstoff aufzunehmen — was paradoxerweise zu wenig CO2 im Blut führt (respiratorische Alkalose).
Die eigentliche Gefahr entsteht jedoch durch Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe — insbesondere im Gehirn (Hirnödem) und in der Lunge (Lungenödem).
Die drei Formen der Höhenkrankheit
1. Akute Bergkrankheit (AMS)
Die häufigste und mildeste Form. Symptome treten 6–12 Stunden nach dem Aufstieg auf:
Die Lake Louise Score (LLS) dient der standardisierten Erfassung: Kopfschmerzen plus ein weiteres Symptom bedeuten AMS.
2. High Altitude Pulmonary Edema (HAPE)
Lebensbedrohliche Flüssigkeitsansammlung in der Lunge. Symptome:
HAPE ist die häufigste Todesursache in der Höhe. Betroffen sind besonders Personen, die zu schnell aufsteigen.
3. High Altitude Cerebral Edema (HACE)
Lebensbedrohliches Hirnödem. Symptome:
HACE ist ein **absoluter medizinischer Notfall** — der Abstieg muss unverzüglich erfolgen.
Die goldene Regel: Akklimatisierung
Der beste Schutz vor Höhenkrankheit ist der **langsame Aufstieg**:
Medikamentöse Prophylaxe: Acetazolamid (Diamox®)
**Acetazolamid** ist das einzige medikamentös gut belegte Mittel zur Prophylaxe und Behandlung der AMS.
Wirkungsweise
Acetazolamid hemmt das Enzym Carboanhydrase. Dadurch wird mehr Bicarbonat über die Nieren ausgeschieden, das Blut wird leicht sauer. Dies **stimuliert die Atmung**, erhöht die Sauerstoffsättigung und beschleunigt die Akklimatisierung.
Dosierung zur Prophylaxe
Behandlung der AMS
Nebenwirkungen
Gegenanzeigen
Weitere Medikamente
Wichtige Hinweise
Quellen
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