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Health

Altitude Sickness 2026: Mountaineering and Acetazolamide

30. Juni 2026•8 Min Lesezeit•RiskVector Redaktion

Die Höhenkrankheit ist ein unterschätztes Risiko für Trekkingtouristen und Bergsteiger. Jährlich reisen Millionen Menschen in Höhen über 2.500 Meter — zum Skifahren in den Rocky Mountains, zum Trekking im Himalaya oder auf den Kilimandscharo. Etwa 25 % der Aufsteiger auf 3.000 Meter und über 50 % derer, die über 4.500 Meter steigen, entwickeln Symptome der akuten Bergkrankheit (Acute Mountain Sickness, AMS).

Was passiert im Körper in der Höhe?

Mit steigender Höhe sinkt der Luftdruck und damit der Sauerstoffpartialdruck. Auf 3.000 Meter entspricht der Sauerstoffgehalt der Luft noch etwa 70 % des Meeresspiegels, auf 5.000 Meter nur noch etwa 55 %. Der Körper reagiert mit **Hyperventilation** (schnelleres Atmen), um mehr Sauerstoff aufzunehmen — was paradoxerweise zu wenig CO2 im Blut führt (respiratorische Alkalose).

Die eigentliche Gefahr entsteht jedoch durch Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe — insbesondere im Gehirn (Hirnödem) und in der Lunge (Lungenödem).

Die drei Formen der Höhenkrankheit

1. Akute Bergkrankheit (AMS)

Die häufigste und mildeste Form. Symptome treten 6–12 Stunden nach dem Aufstieg auf:

  • **Kopfschmerzen** (das Hauptsymptom)
  • **Übelkeit, Appetitlosigkeit**
  • **Schlafstörungen**
  • **Schwindel**
  • **Müdigkeit, Leistungsknick**
  • Die Lake Louise Score (LLS) dient der standardisierten Erfassung: Kopfschmerzen plus ein weiteres Symptom bedeuten AMS.

    2. High Altitude Pulmonary Edema (HAPE)

    Lebensbedrohliche Flüssigkeitsansammlung in der Lunge. Symptome:

  • **Atemnot in Ruhe** (die wichtigste Warnung!)
  • **Trockener Husten**, später rosa-schaumiger Auswurf
  • **Engegefühl in der Brust**
  • **Zyanose** (bläuliche Lippen/Finger)
  • **Leistungskollaps**
  • HAPE ist die häufigste Todesursache in der Höhe. Betroffen sind besonders Personen, die zu schnell aufsteigen.

    3. High Altitude Cerebral Edema (HACE)

    Lebensbedrohliches Hirnödem. Symptome:

  • **Bewusstseinsstörungen**, Verwirrtheit
  • **Ataxie** (Gangunsicherheit — die Person kann nicht mehr auf einer geraden Linie gehen)
  • **Schwere Kopfschmerzen**, die auf Schmerzmittel nicht reagieren
  • Best for Nomads
    SafetyWing Nomad Insurance
    Globale Abdeckung. Verlängerbar unterwegs.
  • **Halluzinationen**
  • HACE ist ein **absoluter medizinischer Notfall** — der Abstieg muss unverzüglich erfolgen.

    Die goldene Regel: Akklimatisierung

    Der beste Schutz vor Höhenkrankheit ist der **langsame Aufstieg**:

  • Oberhalb von 3.000 Metern: **nicht mehr als 300–500 Meter Schlafhöhe pro Tag** ansteigen
  • Alle 1.000 Meter: einen **Ruhetag** einlegen
  • **„Climb high, sleep low"** — tagsüber höhere Aufstiege machen, aber tiefer schlafen
  • Auf Symptome hören — bei AMS-Symptomen **nicht weiter aufsteigen**
  • Bei AMS-Verschlechterung oder HAPE/HACE: **sofort absteigen**
  • Medikamentöse Prophylaxe: Acetazolamid (Diamox®)

    **Acetazolamid** ist das einzige medikamentös gut belegte Mittel zur Prophylaxe und Behandlung der AMS.

    Wirkungsweise

    Acetazolamid hemmt das Enzym Carboanhydrase. Dadurch wird mehr Bicarbonat über die Nieren ausgeschieden, das Blut wird leicht sauer. Dies **stimuliert die Atmung**, erhöht die Sauerstoffsättigung und beschleunigt die Akklimatisierung.

    Dosierung zur Prophylaxe

  • **125 mg zweimal täglich**, beginnend 24 Stunden vor dem Aufstieg
  • Fortsetzung bis 2–3 Tage nach Erreichen der Zielhöhe
  • Maximum 500 mg/Tag
  • Behandlung der AMS

  • **250 mg zweimal täglich** bei mittelschwerer AMS
  • Kombination mit sofortigem Aufstiegsstopp oder Abstieg
  • Nebenwirkungen

  • Häufig: Kribbeln in Fingern, Zehen, Lippen (harmlos)
  • Geschmacksveränderung: Getränke schmecken „flach", besonders Bier und Limonaden
  • Häufiges Wasserlassen
  • Selten: allergische Reaktionen, Nierensteine
  • Gegenanzeigen

  • Sulfonamid-Allergie
  • Schweres Asthma
  • Schwangerschaft
  • Weitere Medikamente

  • **Dexamethason** (4 mg alle 6 Stunden): Notfallmedikament bei HACE, reduziert Hirnödem
  • **Nifedipin** (20 mg retard alle 8 Stunden): Zur HAPE-Prophylaxe und Behandlung
  • **Sauerstoff** (2–4 l/min): Wenn verfügbar, bei allen schweren Formen
  • **Hyperbare Kammer** (Gamow Bag): Portable Überdruckkammer, simuliert Abstieg
  • Wichtige Hinweise

  • Acetazolamid ersetzt NICHT die langsame Akklimatisierung
  • Nikotin, Alkohol und Beruhigungsmittel in der Höhe meiden
  • Amazon Choice
    Anker PowerCore 20.000mAh
    Schnellladung für unterwegs. Überlebenswichtig.
  • Ausreichend trinken (3–4 Liter/Tag) — die Luft ist extrem trocken
  • Kohlenhydratreiche Ernährung bevorzugen (besser verdaulich in der Höhe)
  • Bei HAPE- oder HACE-Zeichen: **sofort absteigen, das Leben rettet sich nicht durch Medikamente, sondern durch Höhenverlust**
  • Quellen

  • Wilderness Medical Society: Consensus Guidelines for the Prevention and Treatment of Acute Altitude Illness (2024)
  • Deutsch-Österreichische Gesellschaft für Höhenmedizin und Expeditionsmedizin (DÖGHE)
  • International Union of Alpine Associations (UIAA) Mountain Medicine Centre
  • Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Yellow Book — Altitude Illness (2026 Edition)
  • #Höhenkrankheit#Bergsteigen#Acetazolamid#AMS#HAPE#HACE#Trekking#Reisemedizin
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