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Gesundheit

Dein Körper auf Reisen — warum Stress und Zeitverschiebung gefährlicher sind als Terror

10. Mai 20269 min LesezeitRiskVector Redaktion

# Dein Körper auf Reisen — warum Stress und Zeitverschiebung gefährlicher sind als Terror

Wenn Sie an Reiserisiken denken, woran denken Sie? Terror? Kriminalität? Naturkatastrophen? Die meisten Menschen tun das. Und die meisten Menschen liegen falsch.

Die umfassendste Studie zu Todesursachen von Reisenden, veröffentlicht vom Divers Alert Network (DAN), zeigt ein klares Bild: **Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache auf Reisen — mit 50 Prozent aller Fälle.** Jeder zweite Tourist, der auf Reisen stirbt, stirbt an einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder plötzlichem Herztod.

Die Ursache? Nicht das Reiseziel. Sondern die Reise selbst.

Was mit Ihrem Körper auf Reisen passiert

Reisen ist Stress. Nicht der negative Stress, den Sie bewusst wahrnehmen, sondern ein physiologischer Stress, der Ihren Körper belastet, ohne dass Sie es merken.

**Klimawechsel.** Von 15 Grad Hamburg auf 35 Grad Hurghada — innerhalb von Stunden. Ihr Kreislauf muss sich anpassen. Blutgefäße weiten sich, der Blutdruck sinkt, das Herz muss schneller schlagen. Bei Vorerkrankungen kann das kritisch werden.

**Zeitverschiebung.** Jetlag ist nicht nur Müdigkeit. Er stört den zirkadianen Rhythmus — den inneren Taktgeber, der Herzfrequenz, Blutdruck, Hormonausschüttung und Immunsystem steuert. Studien zeigen, dass das Herzinfarktrisiko in den ersten Tagen nach einem Langstreckenflug leicht erhöht ist. Die Zeitumstellung beim Hin- und Rückflug bedeutet doppelte Belastung.

**Körperliche Anstrengung.** Wandern in den Alpen, Schnorcheln am Great Barrier Reef, Sightseeing in 40 Grad Hitze — Aktivitäten, die zu Hause unproblematisch sind, können auf Reisen zur Belastungsprobe werden. Besonders, wenn Sie den ganzen Tag im Zug oder Flugzeug verbracht haben, dehydriert und übermüdet sind.

**Ernährungsumstellung.** Anderes Essen, andere Trinkgewohnheiten, mehr Alkohol als zu Hause. Der Körper reagiert — manchmal dramatisch.

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**Psychische Belastung.** Eine Umfrage des German Travel Association (DRV) ergab: 63 Prozent der reisenden Eltern geben an, auf Reisen stärker gestresst zu sein als zu Hause. 41 Prozent berichten von Schlafproblemen. Stress erhöht den Blutdruck, beschleunigt den Herzschlag, schwächt das Immunsystem.

Die Studienlage ist eindeutig

Die DAN-Daten werden durch eine Untersuchung der University of Bologna (2019) bestätigt. Über 1.000 Todesfälle von Touristen weltweit wurden ausgewertet:

  • **Herz-Kreislauf: 48 Prozent**
  • **Unfälle: 24 Prozent** (davon die Hälfte Verkehrsunfälle)
  • **Ertrinken: 7 Prozent**
  • **Infektionen: unter 2 Prozent**
  • Das bedeutet: Wenn Sie auf Reisen sterben, dann höchstwahrscheinlich an etwas, das Sie auch zu Hause töten könnte — oder an einem Unfall, den Sie mit der richtigen Vorbereitung hätten vermeiden können.

    Herzkrankheiten werden von Reisenden um den Faktor 17 unterschätzt — so das Ergebnis einer Studie zur Risikowahrnehmung von Touristen. Wir überschätzen Terror um das 50-fache und unterschätzen den Herzinfarkt um das 17-fache.

    Der Arztbesuch vor der Reise — wichtiger als jede Reisewarnung

    Die wichtigste Reisevorbereitung ist nicht die Impfung. Es ist nicht die Reisekrankenversicherung. Es ist der **Arztbesuch**.

    Wann waren Sie zuletzt beim Arzt? Kennen Sie Ihren Blutdruck? Ihre Cholesterinwerte? Ihren Blutzucker? Wenn Sie diese Fragen nicht beantworten können, ist das Ihr größtes Reiserrisiko.

    Was der Arztbesuch bringen kann:

  • Erkennung von Risikofaktoren vor der Reise
  • Anpassung von Medikamenten (z. B. Zeitverschiebung bei Blutdruckmittels)
  • Beratung zu klimatischer Belastung
  • Überprüfung des Impfstatus
  • Ausstellung einer Notfallgesundheitskarte
  • **Tipp:** Erstellen Sie eine einseitige Zusammenfassung Ihrer Gesundheitsdaten auf Englisch: Blutgruppe, chronische Erkrankungen, regelmäßige Medikamente, Allergien, Name und Nummer Ihres Hausarztes, Notfallkontakt. Als Papier im Geldbeutel und als Foto im Handy. In einer Notfallsituation kann diese Seite Leben retten.

    Die Reisekrankenversicherung — Ihr wichtigster Begleiter

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    Eine Auslandsreisekrankenversicherung kostet 10 bis 20 Euro im Jahr — und deckt Behandlungen, die ohne Versicherung Zehntausende kosten können. Ein Krankenhausaufenthalt in den USA kostet schnell 10.000 Euro pro Tag. Ein Rücktransport per Ambulanzflug kann 20.000 bis 100.000 Euro kosten.

    Wichtig: Die Karte Ihrer Reisekrankenversicherung gehört ins Portemonnaie und als Foto ins Handy. Die Notfallnummer muss ohne Internet verfügbar sein.

    Im Notfall: Rufen Sie die Versicherung an, bevor Sie sich behandeln lassen. Die meisten Versicherungen haben eine 24-Stunden-Hotline, die Ihnen hilft, das richtige Krankenhaus zu finden und die Kostenübernahme zu bestätigen.

    Praktische Tipps für Ihre Gesundheit auf Reisen

  • **Vor der Reise:** Arztbesuch, Gesundheitsdaten auf Englisch, Reisekrankenversicherung abschließen
  • **Bei Ankunft:** Akklimatisierung einplanen — am ersten Tag keine Extrem-Aktivitäten
  • **Hydration:** In warmen Klimata mindestens 3 Liter Wasser pro Tag
  • **Medikamente:** Im Handgepäck, nicht im Aufgabegepäck — zusammen mit der Gesundheits-Karte
  • **Jetlag:** An die lokale Zeit anpassen, nicht an die Heimatzeit
  • **Alkohol:** In Maßen — besonders in den ersten Tagen bei Hitze
  • **Notrufnummern:** Speichern Sie sie vor der Reise ab (EU: 112, Thailand: 1669, USA: 911)
  • Was die Psychologie uns lehrt

    Daniel Kahneman nannte das Phänomen **Dread Risk** — die Angst vor dem Grauenhaften. Ein Bombenanschlag ist grauenhaft. Ein Herzinfarkt ist es auch — aber er fühlt sich medizinisch an, nicht bedrohlich. Deshalb fürchten wir den Terror und vergessen den Blutdruck.

    Die Botschaft: Ihr größtes Risiko auf Reisen ist nicht die Welt da draußen. Es ist Ihr eigener Körper. Und den können Sie beeinflussen — durch Vorbereitung, Vorsorge und Aufmerksamkeit.

    Fazit

    Herz-Kreislauf-Erkrankungen töten mehr Touristen als alle anderen Risiken zusammen. Stress, Klimawechsel, Zeitverschiebung und körperliche Anstrengung bilden eine gefährliche Kombination — besonders bei Vorerkrankungen.

    Die Lösung ist nicht, nicht zu reisen. Die Lösung heißt: Arztbesuch vor der Reise, Reisekrankenversicherung abschließen, Gesundheitsdaten griffbereit halten, sich akklimatisieren.

    Prüfen Sie Ihr Reiserrisiko datenbasiert: <https://riskvector.app/calculator>


    **Autor:** RiskVector Team

    **Kategorie:** Gesundheit

    **Tags:** Gesundheit, Herz, Vorbereitung

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    **Lesezeit:** 9 Minuten

    **Datum:** 2026-05-10

    #gesundheit#herz#vorbereitung
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