Was Reisende wirklich tötet — und es ist nicht Terror
# Was Reisende wirklich tötet — und es ist nicht Terror
Die Divers Alert Network (DAN) hat die umfassendste Studie zu Todesursachen von Reisenden veröffentlicht. Die Ergebnisse sind eindeutig und für die meisten Menschen überraschend.
Platz 1: Herz-Kreislauf-Erkrankungen (ca. 50 Prozent)
Der mit Abstand häufigste Grund. Herzinfarkt, Schlaganfall, plötzlicher Herztod.
Die Ursache ist nicht das Reisen selbst — es ist die Kombination aus Stress, Klimawechsel, Zeitverschiebung und körperlicher Anstrengung auf der Reise. Wer zu Hause bereits Risikofaktoren hat, ist auf Reisen besonders gefährdet.
Die Botschaft: Ihr größtes Risiko auf Reisen ist Ihre eigene Gesundheit, nicht die Welt da draußen.
Platz 2: Verkehrsunfälle (ca. 13 Prozent der Todesfälle)
Motorradunfälle in Asien. Überlandbusse in Südamerika. Nachtbusse mit übermüdeten Fahrern. Mietwagen auf unbekannten Straßen.
Der Verkehr ist die größte externe Gefahr für Reisende — und gleichzeitig die am meisten unterschätzte.
Platz 3: Ertrinken
Einer der unterschätztesten Risiken beim Reisen. Strömungen, die man nicht kennt. Wellen, die stärker sind als sie aussehen. Alkohol am Strand.
Florida allein verzeichnet jährlich hunderte Ertrinkungsfälle, viele davon Touristen. Rip Currents — gefährliche Rückströmungen — töten in den USA mehr Menschen als Haiangriffe, Blitzschläge und Tornados zusammen.
Platz 4: Infektionskrankheiten
Trotz aller Medienaufmerksamkeit: Infektionskrankheiten sind eine vergleichsweise seltene Todesursache für Reisende. Impfungen und Prophylaxe haben hier enorme Fortschritte gebracht.
Platz 5: Terror, Kriminalität, Naturkatastrophen
Alle zusammen machen einen Bruchteil der Todesfälle aus. Nicht weil es sie nicht gibt. Sondern weil die anderen Ursachen so viel häufiger sind.
Die Studie der University of Bologna
Eine Untersuchung der Universität Bologna (2019) wertete Daten von über 1.000 Todesfällen von Touristen weltweit aus. Das Ergebnis bestätigt die DAN-Daten fast auf den Punkt:
Das bedeutet: Wenn Sie auf Reisen sterben, dann höchstwahrscheinlich an etwas, das Sie auch zu Hause töten könnten — oder an einem Unfall, den Sie mit der richtigen Vorbereitung hätten vermeiden können.
Die Frage, die Sie sich stellen sollten
Nicht: *"Wovor soll ich Angst haben?"*
Sondern: *"Welche Risiken kann ich tatsächlich beeinflussen?"*
Die Antwort lautet: fast alle der oben genannten. Aber nicht durch Angst. Durch Vorbereitung.
Was Sie tun können:
Fazit
Impfungen, Erkältungssaft und Nervosität sind die wirklichen Reiserisiken. Terror ist die Geschichte, die wir uns erzählen, um uns sicher zu fühlen.
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**Autor:** Markus Büth
**Kategorie:** Sicherheit
**Tags:** Gesundheit, Statistik, Sicherheit
**Lesezeit:** 9 Minuten
**Datum:** 2026-05-10
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